|
|
Torf und seine Bedeutung im Whisky
Seit Menschengedenken verwendet der Mensch den Torf in Schottland als Energiequelle. Der Torf wird in schmalen Streifen gestochen und zum Trocknen in kleinen Pyramiden aufgeschichtet. Das Wasser läuft sehr schnell aus dem Torf ab und macht aus dem weichen Streifen ein hartes Brikett. Dieses Brikett enthält, ähnlich wie die Kohle, die Energie der abgestorbenen Pflanzenreste. Im Gegensatz zur Kohle brennt getrockneter Torf schnell ab und gibt dabei eine große Menge Energie in Form von Wärme ab. Wer einmal am Abend in Schottland an einem Torffeuer saß, kann die wärmende Kraft des Torffeuers bestätigen.
Die Massenproduktion des Scotchs in den vergangenen 200 Jahren hat den Bedarf an rauchigem Whisky enorm in die Höhe getrieben. Besonders die Brennereien der Insel Islay produzieren stark rauchigen Whisky. Allen voran die Brennereien Laphroaig, Lagavulin, Caol Ila, Ardbeg und Bowmore. Der Rauchgeschmack dieser Whiskys ist so stark, daß sie auch bei einer Verdünnung von 1:20 mit Wasser und anderen Whiskys dem Scotch die gewünschte, deutliche Rauchnote verleihen.
Die Whisky Industrie versucht aber auch durch andere Verfahren den Verbrauch von Torf zu reduzieren. So mahlt die Brennerei Bowmore den Torf zu einem grobkörnigen Pulver, das auf ein normales Feuer aufgelegt wird und den notwendigen Rauch erzeugt. Damit wird die Rauchausbeute des Torfs erhöht. Aber auch die modernen Großmälzereien bei Port Ellen, Glen Esk und Glen Ord beuten den Torf auf industrielle Weise weitaus besser aus, als es auf einem herkömmlichen Trockenfeuer der Fall ist. In einem geschlossenem System in einer Großmälzerei entweicht der Rauch nicht nach einmaligem Kontakt mit dem Korn über die Pagodendächer über dem Kiln in die Umgebung, sondern wird vielmehr solange über die Gerstenkörner geleitet, bis der Rauch optimal ausgenutzt ist. Die Malz bestellenden Brennereien geben dabei genau die Spezifikation für ihr benötigtes Malz der Mälzerei vor.
Die Trocknung der Briketts (es sind auch nach 200 Jahren noch Briketts) geschieht nach wie vor auf großen Haufen, aus denen das Wasser den Gesetzen der Schwerkraft folgend, herausfließt. Ist ein Torfgebiet ausgebeutet ziehen die Maschinen weiter und machen sich am nächsten Moor an die Arbeit. Hochrechnungen haben ergeben, daß mehr Torf in Schottland nachwächst, als ständig abgebaut wird. |
|