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Whisky - Werbung für die richtige ZielgruppeWas wir als Malt Whisky Genießer daraus lernen können
Erfolgreich gegen diesen Trend schwimmt auf der anderen Seite des Spektrums Glenfiddich mit seiner Werbekampagne. Hier wird ganz speziell auf die Bedürfnisse des gehetzten, modernen Menschen eingegangen, der seine Freizeit bewusst dem Komfort des Whiskygenusses widmet. Eine Werbung, in der sich der Malt Whiskygenießer auf jeden Fall wieder findet. Auch Johnnie Walker versucht sich mit diesem Konzept (Der Tag geht - Johnnie Walker kommt). Ob die Rechnung in den kommenden Jahren wohl aufgeht?
Etwas weniger differenziert steht Jim Beam da. Der tolle Typ in der Kneipe, der seinen Whisky mit den Worten: 'Das ist nicht Jim Beam' ausschüttet, liegt irgendwo zwischen den Johnnie Walker- und Bacardi-Menschen. Der Werbespot lebt aber eher von dem markanten Spruch, als von der schäbigen Kneipe mit den heruntergekommenen Typen. Aber der Absatz läuft gut. Auch Jim Beam verkauft mittlerweile mehr Kisten Jim Beam mit Cola (1998 - 2,5 Mio Kisten) als pure Flaschen (1998 - 2 Mio Kisten). Für uns Malt Genießer ist nach der Glenfiddich-Werbung das Ende der Fahnenstange erreicht. Werbetechnisch gesehen tut sich bis auf wenige Ausnahmen nichts mehr. Viel zu gering sind die Absätze im Malt Whisky Segment (2 Mio. Flaschen 1998 in Deutschland), als dass sich aufwendige Reklame rentieren würde. Hier zählt mehr Qualität und Mund zu Mund Propaganda. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, ist der Verkauf von Malt Whisky im Aufwind. Es geht mehr um Qualität und das Entdecken unbekannter, neuer Sorten, als die Treue zu einer einzelnen Marke. Wer sagt schon: 'Ich trinke Glenmorangie!' Viel eher werden Sie den Satz hören: 'Ich liebe Malt Whisky. Meine Lieblingsmarken sind: ...' Wichtig bei diesem letzten Satz ist die Mehrzahl in 'Lieblingsmarken'. Es geht also weniger um die einzelne Marke, als vielmehr um das gesamte Marktsegment. Ein auffallendes Beispiel möchte ich im Malt Whisky Marktsegment jedoch auch
anführen - Bowmore. Diese Brennerei zeigte über die vergangenen Jahre immer
einen etwas anderen Stil, als die etwas klassisch aussehenden Konkurrenten.
Die Abnahme des allgemeinen Whisky Verkaufs schadet jedoch auch uns Malt Genießern. Wird insgesamt weniger Whisky produziert und gleichzeitig mehr Malt Whisky verkauft, so kommen nicht mehr ausschließlich sehr gute Malt Whisky Fässer zur Abfüllung. Es muss auf weniger gute Fässer zurückgegriffen werden. Die Top 5 Brennereien der Malt Whisky Branche verkaufen mittlerweile mehr als 50% der Produktion als Single Malt. Deshalb mein Tip: Greifen Sie des öfteren einmal zu einer Flasche mit einem höheren Alter (d.h. Glenfiddich 18 J, The Macallan 15 J, Glenlivet 18 J, usw.). Es ist nicht unbedingt das Alter, das zählt. Es ist einfach die bessere Auswahl an hochqualitativen Fässer für die älteren Abfüllungen. Daten vom Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie e.V. |
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